Sandiges
OK, wir also mal richtig in der Wueste. Mit unserem kleinen Nissan TIIDA konnten wir sie ja bisher nur "ankratzen'. Also sollten es die Profis richten. Na ja, es bleibt doch alles relativ. Aber mal ein wenig der Reihe nach.
Am zeitigen Nachmittag (14.00) beginnt der Trip mit der Abholung und einer ca. einstuendigen Anfahrt. Meine Frau und ich wussten allerdings, wohin es geht. Fuer wirkliche Touristen ist diese Fahrt mit Sicherheit schon beeindruckend. Dann folgt ein 5-Minuten "Ritt" auf einem Wuestenschiff - sprich Kamel. Es ist einfach zu kurz, um sich eine wirkliche Meinung bilden zu koennen. Spass macht das Auf -und Absteigen (und vor allem das Beobachten der anderen dabei!) allemal. In der Zwischenzeit wurden die Jeeps durch Reduzierung des Reifenluftdrucks auf die Duenensafari vorbereitet. Was dann kommt, deckt sich mit den Beschreibungen in den Prospekten. Es findet tatsachlich eine wahre Achterbahnfahrt mit den Jeeps statt. Mehr ist da wirklich nicht zu beschreiben, dass muss man erleben! Unser Fazit: ein absolut lohnenswertes Erlebnis fuer alle, die "seefest" sind und noch ein wenig Spass an Action haben. Nach fast 2 Stunden brettern (manchmal 100 -120km/h!) durch Wadis, hinabdriften von gewaltigen Duenenhaengen und traumhaften An - und Aussichten einer echten Sandwueste in Kombination mit Wasserarmen des Arabischen Golfes erreichten wir dann das Camp fuer die Nacht.
Es hat irgendwie etwas Unwirkliches, wenn nach einer steilen Anfahrt ploetzlich eine kleine Zeltstadt mit Campingmoebeln. plamblaetterbedeckten Sonnenschirmen am Strand und Plastikliegen etc. auftaucht. Eine Mischung aus Suedseeatmosphaere und deutschem Campingplatz. Tische Stuehle und Liegen jeweils ordentlich in Reihen ausgerichtet... "Das ist das Essenszelt, dass ist das Aufenthaltszelt, das sind die Uebernachtungszelte... Barbeque am Abend um 7:00, Lagerfeuer an halb 8, Fruehstuck bis halb 8 morgens, danach ist zuegig Abfahrt..." waren eigentlich auch typisch 'deutsche' Ansagen der Veranstalter. - Ich habe natuerlich das Klischee des typischen Deutschen bedient und mich sofort in die Golffluten gestuerzt. Es war sehr angenehm und fuer uns ost - und nordseegewohnte Europaeer absolut kein Problem, in 20 Grad warmen Wasser zu schwimmen. Jeder 'outet' sich eben so gut er kann...
Zuvor hatten wir unsere Unterkunft bezogen: ein grosses Zelt mit insgesamt 5 Schlafplaetzen fuer uns 3. Von der Seite her also ganz angenehm. Aber nun beginnen die 'relativen' Seiten des Abenteuers. Noch waehrend der Daemmerung nahm ein Stromgenerator seine Arbeit auf. Treibstoffkosten spielen ja keine Rolle. So kann der Stromerzeuger ja nicht gross genung ausfallen -und damit auch laut genug! Ausserdem reicht die erzeugte Stromstaerke zum Betrieb von unzaehligen Lampen, um die Wueste taghell zu erleuchten fuer Aktivitaeten wie Tischtennis, Volleyball, Duenenboarden (mit einem herkoemmlichen Snowboard). Aus dem privaten Nachbarcamp haemmerte Technosound herueber. Meine Frau und ich haben dann die wirkliche Romantik einer Sternennacht in der Wueste etwas ausserhalb des Camps doch noch gefunden...
Mit dem Sonnenaufgang um 6:02 erwachte auch das Camp zum Leben. Heisses Wasser fuer einen Morgen (Ness-) kaffee oder -tee stand bereit. Das fette Stueck Palmenstamm im Lagerfeuerplatz vom Vorabend glimmte immer noch vor sich hin und 2 Unentwegte hatten die Nacht am Feuer verbracht (nicht wir!). Die Ruechfahrt begann dann tatsaechlich nach einem sehr kurzen Fruehstueck 07:30. Andererseits, es hat auch sein Gutes, wenn man am ersten Wochenendmorgen 08:30 Uhr zu Hause ankommt. Da geht noch viel!


