Schildbürgerliches
Es ist nicht zu fassen, mit welcher Energie Behörden die Zerstörung eines Stückes „Heimat“ vorantreiben. Ich meine damit das Wehr der ehemaligen Grünmetzmühle und des alten Gondelteichs in unserem Ortsteil Stenz. Pünktlich zu den Pfingstfeiertagen hat das Ringen um Erhalt oder Abriss einen weiteren Höhepunkt erlebt – allerdings einen sehr traurigen, der uns Steuerzahler einfach mal einige tausend Euro kostet. Sie interessieren die Einzelheiten? Bitte sehr:
Am Donnerstag vor Pfingsten hat die Landestalsperrenverwaltung eine vertraglich gebundene Wasserbaufirma beauftragt, “… innerhalb von 48 Stunden das Wehr an der Pulsnitz in Königsbrück, Ortslage Stenz, zu schließen, um die Frischwasserversorgung für den Angelsee („See der Freundschaft“) wieder herzustellen…“ Na prima, wo ist da das Problem?, höre ich fragen. Hier ist es: Die Firma wurde ausdrücklich angewiesen, das Wehr mit Sandsäcken zu verschließen, „…da die Mechanik und der Schütz der Wehranlage nicht funktionstüchtig sind.“ Das war, gelinde gesagt, eine Fehlinformation durch die Behörde an die Wasserbaufirma. Mit Hilfe einer Kurbel und etwa 10 Minuten „Arbeit“ wäre das Problem Frischwasser für den Angelsee gelöst gewesen. Eine diesbezügliche Rückfrage bei der Landestalsperrenverwaltung durch den Bauleiter der Wasserbaufirma am Freitagnachmittag während der Auftragserfüllung lief ins Leere – natürlich war kein Verantwortlicher mehr zu erreichen. Also wurden, gemäß Auftrag der Behörde, Bauleistungen und Sandsäcke im Wert von ca. 9000 Euro vor dem Wehr in die Pulsnitz versenkt! Das war natürlich nicht in 10 Minuten getan und ohne teuren Technikeinsatz in Form eines Baggers und diverser anderer Bau-Kfz überhaupt nicht realisierbar. Das Ergebnis konnte sich (kurz) sehen lassen: ca. 30 Minuten hielten die oberen Glasfasersäcke dem Wasserdruck stand, bevor sie und ihr sandiger Inhalt in Richtung Naturschutzgebiet gespült wurden!
Inzwischen ist bekannt, dass die LTV den Wehrschütz „ … nicht einfach instand setzen lassen kann, da eine solche Maßnahme im Widerspruch zu den Abrissabsichten des Umweltfachamtes in Bautzen stehen würde.“. Das hört sich an wie: „Wir würden gern, aber wir dürfen nicht.“
Interessant ist auch: Der Bauleiter hatte für den weiteren Bauablauf den Auftrag, Veränderungen am Wehrkörper vornehmen zu lassen. Von Bürgern vor Ort wurde er darüber informiert, dass das Bauwerk unter Denkmalschutz steht. Er war völlig überrascht von diesem Fakt! Wohl eine zweite „Fehlinformation“ der Behörde an ihren Auftragnehmer. Der Gedanke, dass da Macht zur Schaffung von „Tatsachen“ missbraucht wird, erscheint doch eher zu klein. Andererseits, wie lässt Lessing seinen Nathan fragen:“… zu klein? Was ist für einen Großen schon zu klein?...“,…wenn es seinen Interessen dient. Deshalb noch einmal zum Mitschreiben: Ein intaktes Wehr wird nicht mit Hilfe der vorhandenen Mechanik geschlossen, sondern durch davor gestapelte Sandsäcke! Sie kennen die Geschichten, die von den Bürgern der Stadt Schildau erzählt werden. Ich fühle mich von den aktuellen Ereignissen fatal daran erinnert.
Was soll das? Liebe Mitarbeiter der Talsperrenverwaltung und des Umweltfachamtes des Landkreises Bautzen, bitte erklären Sie es uns! Warum ist der Bürgerwille so bedeutungslos bei Ihren Entscheidungen? Es ist unser aller Geld, was da am Pfingstwochenende im wahrsten Sinne des Wortes den Bach, sprich die Pulsnitz runter ging. Über 700 Petitionsunterzeichner sind sehr gespannt – und ich bin sicher, mittlerweile auch die Noch-Nicht-Unterzeichner.
Weiterhin wurde inzwischen bekannt, dass für die Frischwasserversorgung des „Sees der Freundschaft“ ein so genannter „Widder“, eine Art Pumpenanlage, im Tosbecken unterhalb des Wehres errichtet werden soll. Angeblich wurde eine süddeutsche Firma damit beauftragt. Nach einer Internetrecherche schätze ich die Kosten auf mindestens 20.000 Euro. Wie viel würde die Reparatur des Wehrschützens kosten?
P.S. Ungefähr 10 km flussabwärts bei Ortrand hat das Land Brandenburg vor Jahren ein fast baugleiches Wehr neu in die Pulsnitz gebaut – es lebe der Föderalismus!
Am Donnerstag vor Pfingsten hat die Landestalsperrenverwaltung eine vertraglich gebundene Wasserbaufirma beauftragt, “… innerhalb von 48 Stunden das Wehr an der Pulsnitz in Königsbrück, Ortslage Stenz, zu schließen, um die Frischwasserversorgung für den Angelsee („See der Freundschaft“) wieder herzustellen…“ Na prima, wo ist da das Problem?, höre ich fragen. Hier ist es: Die Firma wurde ausdrücklich angewiesen, das Wehr mit Sandsäcken zu verschließen, „…da die Mechanik und der Schütz der Wehranlage nicht funktionstüchtig sind.“ Das war, gelinde gesagt, eine Fehlinformation durch die Behörde an die Wasserbaufirma. Mit Hilfe einer Kurbel und etwa 10 Minuten „Arbeit“ wäre das Problem Frischwasser für den Angelsee gelöst gewesen. Eine diesbezügliche Rückfrage bei der Landestalsperrenverwaltung durch den Bauleiter der Wasserbaufirma am Freitagnachmittag während der Auftragserfüllung lief ins Leere – natürlich war kein Verantwortlicher mehr zu erreichen. Also wurden, gemäß Auftrag der Behörde, Bauleistungen und Sandsäcke im Wert von ca. 9000 Euro vor dem Wehr in die Pulsnitz versenkt! Das war natürlich nicht in 10 Minuten getan und ohne teuren Technikeinsatz in Form eines Baggers und diverser anderer Bau-Kfz überhaupt nicht realisierbar. Das Ergebnis konnte sich (kurz) sehen lassen: ca. 30 Minuten hielten die oberen Glasfasersäcke dem Wasserdruck stand, bevor sie und ihr sandiger Inhalt in Richtung Naturschutzgebiet gespült wurden!
Inzwischen ist bekannt, dass die LTV den Wehrschütz „ … nicht einfach instand setzen lassen kann, da eine solche Maßnahme im Widerspruch zu den Abrissabsichten des Umweltfachamtes in Bautzen stehen würde.“. Das hört sich an wie: „Wir würden gern, aber wir dürfen nicht.“
Interessant ist auch: Der Bauleiter hatte für den weiteren Bauablauf den Auftrag, Veränderungen am Wehrkörper vornehmen zu lassen. Von Bürgern vor Ort wurde er darüber informiert, dass das Bauwerk unter Denkmalschutz steht. Er war völlig überrascht von diesem Fakt! Wohl eine zweite „Fehlinformation“ der Behörde an ihren Auftragnehmer. Der Gedanke, dass da Macht zur Schaffung von „Tatsachen“ missbraucht wird, erscheint doch eher zu klein. Andererseits, wie lässt Lessing seinen Nathan fragen:“… zu klein? Was ist für einen Großen schon zu klein?...“,…wenn es seinen Interessen dient. Deshalb noch einmal zum Mitschreiben: Ein intaktes Wehr wird nicht mit Hilfe der vorhandenen Mechanik geschlossen, sondern durch davor gestapelte Sandsäcke! Sie kennen die Geschichten, die von den Bürgern der Stadt Schildau erzählt werden. Ich fühle mich von den aktuellen Ereignissen fatal daran erinnert.
Was soll das? Liebe Mitarbeiter der Talsperrenverwaltung und des Umweltfachamtes des Landkreises Bautzen, bitte erklären Sie es uns! Warum ist der Bürgerwille so bedeutungslos bei Ihren Entscheidungen? Es ist unser aller Geld, was da am Pfingstwochenende im wahrsten Sinne des Wortes den Bach, sprich die Pulsnitz runter ging. Über 700 Petitionsunterzeichner sind sehr gespannt – und ich bin sicher, mittlerweile auch die Noch-Nicht-Unterzeichner.
Weiterhin wurde inzwischen bekannt, dass für die Frischwasserversorgung des „Sees der Freundschaft“ ein so genannter „Widder“, eine Art Pumpenanlage, im Tosbecken unterhalb des Wehres errichtet werden soll. Angeblich wurde eine süddeutsche Firma damit beauftragt. Nach einer Internetrecherche schätze ich die Kosten auf mindestens 20.000 Euro. Wie viel würde die Reparatur des Wehrschützens kosten?
P.S. Ungefähr 10 km flussabwärts bei Ortrand hat das Land Brandenburg vor Jahren ein fast baugleiches Wehr neu in die Pulsnitz gebaut – es lebe der Föderalismus!


